*EDITORIAL, Gesellschaft

Die Erregung der Eva Herman

27. July 2010

[by Eima] Eva Herman entschuldigt sich. Das war ebenso vorhersehbar wie der Umstand, dass diese Entschuldigung keine ist, nimmt sie selbstredend nichts von dem zurück, was sie von sich gegeben hat.

Dabei liebt diese Frau genau das, was sie verurteilt. Je lauter der Ruf nach Zucht und Ordnung, umso mehr erregt sich dieser Typus. Reaktionsbildung. Angesichts der überaus pittoresken Schilderungen Hermans kann man sich denken, mit welchem Kaliber man es bei dieser Dame zu tun hat. Das wäre an und für sich natürlich wunderbar, ist es aber nicht, kehrt sie ihre libidöse Energie doch um, um damit Hetzschriften zu verfassen, die ihresgleichen suchen.

Man entwickelt angesichts dieses bigotten, manipulativen Subjekts Gewaltphantasien. Jeder, der sie damals in ihrer Freitagabend Talkshow gesehen hat, sollte wissen, wie gewöhnlich sie ist. Sie ist von einer solchen Schlichtheit, dass sie hinter einem gespielt nonchalanten, hanseatischen „Je ne sais quoi“ versteckt werden muss.

Dahinter verbirgt sich ein ramponiertes kleines Ego, das sich mit Trick 17 auf jene Klientel stürzt, die mit den Ellbogen auf den Kissen am Fenster gierig nach Leben lechzen und Propaganda à la Herman brauchen, wie die Luft zum Atmen, egal was, rein damit, Hauptsache die Volkesseele wird genährt, Hauptsache man findet einen Schuldigen, der von der eigenen Nichtigkeit ablenkt. Eine wunderbare Symbiose, die Frau Herman für sich instrumentalisiert, um ihren kleinen Hintern im Licht der Publicity neu erstrahlen zu lassen.

Ihre Methode ist so banal, wie ihr billiges Wesen. Man will fast gähnen, so einfach ist das. Und doch sollte man die Energie, die von diesem Persönchen ausgeht nicht unterschätzen, gerade jetzt, da Deutschland, wie der Rest der Welt, einer Systemkrise ausgesetzt ist, die jeder Form von Sündenbock Propaganda fruchtbaren Nährboden liefert.

Ich, Ihre Eima Herzelein, werde mich jetzt zurückziehen und ein paar Kirschen essen. Knackig rote Kirschen. Wanna join? Let’s have some cherries for Eva Herman.

2 Kommentare

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    Reagieren Boveld 27. July 2010 at 14:28

    Wunderschön geschrieben, allumfassende deutsche Sprache.

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    Reagieren Senfberg 7. August 2010 at 18:28

    Mach genau so weiter bitte, wir Leser lieben dich.

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